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Der Faktor Wasserwerte
Die Tiere im Meer und in den tropischen Seen leben in einem Wasser mit
sehr stabilen Parametern. Dort gibt es keine plötzlichen
Nitratanstiege oder Kalziumdefizite. Und dies ist der wesentlichste
Punkt bei der Haltung und Vermehrung von Fischen, niederen Tieren und
Korallen. Die meisten Lebewesen vertragen leicht differierende Werte im
Vergleich zur Natur, aber sie vertragen keine ständig
wechselnden
Wasserwerte. Das heißt, dass es in aller Regel kein Problem
darstellt, wenn man zum Beispiel ständig leicht
erhöhten
Nitratwert in seinem Aquarium hat, obwohl es in der Natur nahezu nicht
nachweisbar ist. Es stellt aber sehr wohl ein Problem dar wenn man
einen NO3-Wert hat, der ständig schwankt oder eben wie in
vielen
Fällen sehr hoch ist. Im Aquarium fehlen die Millionen Litern
an
Wasser mit denen ein permanenter Austausch erfolgen kann. Im Aquarium
bleibt uns nur übrig, das vorhandene Wasser immer wieder neu
zu
reinigen und anschließend die dabei mit herausgefilterten
oder
abgeschäumten Elemente wie zum Beispiel Eisen oder
Spurenelemente
nachzudosieren.
Folgende Wasserwerte sollten im Aquarium stets gemessen und angepasst
werden:
Im Süßwasseraquarium:
- Nitrat (NO3) = 1-20 mg/l
- Phosphat (PO4) = 0-1 mg/l
- Karbonathärte (KH) = 3-16" dKH
- Temperatur (T) = 24-29 °C
- Ph-Wert (pH) = 6,7-7,4
- Eisen und Düngemittel für
die Pflanzen
Im Meerwasseraquarium:
- Nitrat (NO3) = 1-10 mg/l
- Phosphat (PO4) = 0-0,05 mg/l
- Karbonathärte (KH) = 7-10°
dKH
- Calzium (Ca) = 390-440 mg/l
- Magnesium (Mg) = 1300-1400 mg/l
- Salinität/ Dichte = 35 ‰ /
1,023 kg/l
- Temperatur (T) = 24-26 °C
- Ph-Wert (pH) = 7,6 – 8,5
- sämtliche Spurenelemente
Die Nährstoffwerte NO3 und PO4 sind dabei am schwierigsten
stabil
zu halten, da sowohl der Austrag als auch der Eintrag schwanken kann.
PO4 ist dabei noch am einfachsten zu kontrollieren und zu halten, da es
hier mittlerweile viele, gut arbeitende Adsorber gibt, welche das PO4
zuverlässig aus dem System entfernen. Beim NO3 sieht dies
etwas
anders aus. Alle Nährstoffe werden durch Bakterien zu NO3
oxidiert. Das NO3 ist dann chemisch oder mechanisch nicht mehr
entfernbar. Nitrat kann nur durch eine gut funktionierende
Beckenbiologie wiederum von anderen Bakterien zu Stickstoff reduziert
werden.
Wasserwerte können mit einfachen Tropfentests meist schnell
und
verhältnismäßig genau bestimmt werden. Hier
gibt es
verschiedene Hersteller, welche solche Tests zu bezahlbaren Preisen
anbieten.
Viel genauer zum Bestimmen Ihrer Wasserwerte sind sogenannte
Photometer. Bei einem Photometer werden die Wasserproben durch eine
Lasertechnik analysiert. Leider sind diese Geräte recht teuer.
Zum Prüfen der Salinität, dem Salzgehalt in einem
Meerwasser
gibt es eine einfache und doch sehr genaue Messmethode
>>> das
Refraktometer.
Das Messen mit einem Refraktometer ist denkbar einfach. Sie geben
einige Tropfen Wasser auf das Prisma und schließen die
Prismenklappe. Das Wasser muss gleichmäßig unter der
Klappe
verteilt werden. Nach etwa 30 Sekunden, wenn die Temperatur angeglichen
wurde, halten Sie das Gerät gegen das Licht. Durch das Okular
können Sie sofort den exakten Wert auf der Skala ablesen. Die
Trennlinie zwischen der weißen und der blauen Schicht bildet
den
Messwert.
Sehr komfortabel sind elektronische Messgeräte. Man
unterscheidet
hierbei Handmessgeräte und stationäre
Messgeräte.
Handmessgeräte werden für mobile Einsätze
verwendet und
dienen der schnellen Bestimmung der Wasserwerte. Leider können
noch nicht alle Wasserwerte in der Aquaristik elektronisch gemessen
werden.
Viele der stationären Messgeräte sind
microprozessorgesteuert
und können auch gleichzeitig zur Regelung der gemessenen
Parameter
dienen. Messen und regeln können Sie zum Beispiel den pH-Wert
mittels einer Ph-Elektrode. Das entsprechende Mess- und
Regelgerät
verarbeitet den Messwert, vergleicht ihn mit den Vorgaben und steuert
zum Beispiel ein Magnetventil an, welches das für Ihre
Pflanzen
lebensnotwendige CO2 in den richtigen Mengen an das Aquarium frei gibt.
Einfacher, jedoch nicht weniger effektiv funktioniert eine
Temperatursteuerung, welche mittels eines Fühlers die
Temperatur
des Aquarienwassers misst und entsprechend eine Heizung oder ein
Kühlaggregat ansteuert. So ist sichergestellt, dass Ihre
Pfleglinge naturgetreu gehalten werden.
Absolut komfortabel und sozusagen das "non plus ultra" sind die
Aquariencomputer. Diese sind von einigen Herstellern
erhältlich
und erlauben das Messen und Regeln von vielen Wasserwerten. Hier ein
Beispiele des IKS aquastar:


Dazu die passenden Module:



Diese Computer haben den Vorteil, dass sie modular aufgebaut sind und
so mit Ihren Ansprüchen mitwachsen. Sie können das
Gerät
zum Beispiel in der Grundausstattung erwerben und es später
Stück für Stück um ein neues Modul
erweitern. Auch das
tägliche Nachdosieren von Spurenelementen ist mit den
Aquariencomputern sehr leicht möglich. Hierzu wird
entsprechend
eine Dosierpumpe angeschlossen und programmiert. Die Dosierpumpe kann
dann zuverlässig diese Arbeiten übernehmen.

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